Medikamente zum Abnehmen: Wirkstoffe & Therapien
Erfahre wie Abnehmen mit Medikamenten deine Gewichtsreduktion unterstützen kann ᐅ Entdecke verschiedene Wirkstoffe und ärztliche Empfehlungen
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Eine medikamentöse Therapie kann unterstützend eingesetzt werden, um Gewichtsziele zu erreichen und die Stagnation beim Abnehmen zu durchbrechen1:
Medikamente sollten nicht alleinig eingesetzt werden, sondern in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen. Diese bestehen aus Ernährungs-, Bewegungs-, sowie Verhaltensanpassungen und bilden die Grundlage der Behandlung. Bleibt trotz verändertem Lebensstil eine ausreichende Gewichtsreduktion aus, so kann zusätzlich eine Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zum Abnehmen in Erwägung gezogen werden.
Bei der Anwendung von Medikamenten zum Abnehmen wird der Therapieerfolg üblicherweise nach 12–16 Wochen durch den Arzt oder die Ärztin überprüft, um zu sehen, ob eine weitere Verordnung gerechtfertigt ist. Dabei gilt: ab einer Gewichtsreduktion von mindesten 5 % des Ausgangsgewichtes wirken die Medikamente ausreichend und dürfen weiterhin verwendet werden.2,3
Derzeit (Stand: juni 2026) sind in Österreich fünf medikamentöse Therapieoptionen zugelassen, die sich folgenden Wirkstoffklassen zuordnen lassen: Inkretinmimetika (GLP-1-Rezeptor-Agonist: GLP-1-RA, GIP/GLP-1-RA), Lipasehemmer sowie Opioid-Antagonist / SNDRI.
Inkretinmimetika imitieren eine Gruppe von körpereigenen Stoffwechselhormonen, die nach einer Mahlzeit die Freisetzung von Insulin aus den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse stimulieren und u. a. das Sättigungsgefühl steigern und den Hunger verringern.4
Bei GLP-1-Rezeptor-Agonisten handelt es sich um künstlich hergestellte Peptide (kurzkettige Proteine), die die Wirkung von körpereigenem GLP-1 nachahmen. GLP-1 (Glucagon-like-peptide-1) ist ein Hormon, das nach dem Essen von bestimmten Zellen im menschlichen Darm in den Blutkreislauf abgegeben wird. Dort wirkt es Blutzucker-regulierend, indem es zum einen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse bewirkt und zum anderen die Freisetzung des Blutzucker-erhöhenden Glukagons hemmt.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten wurden ursprünglich für die Behandlung von Diabetes entwickelt und werden auch weiterhin dafür eingesetzt. Es wurde beobachtet, dass zusätzlich ein gewichtsreduzierender Effekt eintritt. Dieser ist auf eine Hemmung des Appetits und eine Steigerung des Sättigungsgefühls im Gehirn sowie eine verzögerte Magenentleerung zurückzuführen.5-8
GIP (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide)/GLP-1-RA sind duale Rezeptor-Agonisten, die zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Rezeptoren für GLP-1 bzw. GIP stimulieren, was zu einer Regulation des Blutzuckerspiegels und einer Verringerung des Hungergefühls führen kann.9
Lipasehemmer hemmen fettspaltende Enzyme (Lipasen) im Dünndarm und verringern dadurch die Fettmenge, die vom Körper aufgenommen werden kann. So werden nur etwa zwei Drittel der Nahrungsfette aus dem Darm aufgenommen, das restliche Fett verlässt unverdaut den Körper.10
Opioid-Antagonisten blockieren bestimmte Rezeptoren im Gehirn, die normalerweise auf Opiate reagieren. Sie werden auch bei Alkohol- und Opiatabhängigkeit eingesetzt. Ein SNDRI hemmt die Wiederaufnahme bestimmter Botenstoffe im Gehirn und wird als Einzelsubstanz zur Rauchentwöhnung und Behandlung von Depressionen verwendet. Kombiniert werden diese beiden Wirkstoffklassen als Appetitzügler eingesetzt. Appetitzügler beeinflussen bestimmte Bereiche im Gehirn und vermindern somit das Hungergefühl.11
Abb. 1: Medikamentöse Therapieoptionen bei Adipositas
Zu all diesen Wirkstoffklassen sind Medikamente zur Behandlung von Adipositas bzw. Übergewicht und gleichzeitigem Vorhandensein von dadurch hervorgerufenen Begleiterkrankungen zugelassen. Deine Ärztin oder Dein Arzt kann Dich zu Nutzen und Risiken der verschiedenen medikamentösen Therapien aufklären und beraten. Anschließend könnt ihr gemeinsam entscheiden, ob und wenn ja, welche Therapie für Dich infrage kommt.
Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Sie dürfen nur durch eine Ärztin oder einen Arzt verschrieben und durch Apotheken abgegeben werden. Anders als oft in sozialen Medien angepriesen, handelt es sich keineswegs um leichtfertig einzusetzende „Abnehmspritzen“ oder „Abnehmtabletten“.
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