Übergewichtig und Adipositas haben viel mit der Biologie des Körpers zu tun. Die Wissenschaft hat erkannt, dass die Funktionsweise des Gehirns eine tragende Rolle bei der Regulierung von Appetit und Energiehaushalt spielt. Unterschiedliche Hormone wirken hier zusammen. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die Übergewicht beeinflussen und zu Adipositas führen können (genetische Veranlagung, Biologie, Psychologie, Soziokultur, Medikamente, Umwelt). Viele Faktoren spielen zusammen, weshalb erfolgreiches Abnehmen schwierig sein kann. Dennoch können durch eine Gewichtsreduktion die Folgen von Übergewicht verringert werden.1–5
Übergewicht wirkt sich auf den ganzen Körper aus.6 Übermäßige Fettzellen sind an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt – also an solchen, die man von außen nicht sieht. Sie belasten den gesamten Organismus und stehen mit Krankheiten in Verbindung (z.B. Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen des Immunsystems, Lebererkrankungen). Diese Entzündungen begünstigen auch die Entstehung von Krebszellen.7 Die gut Nachricht ist jedoch, dass sich bereits eine Gewichtsreduktion von 5 % positiv auf die Gesundheit auswirken kann.8 Eine Verringerung um insgesamt 10–15 % kann langanhaltende Verbesserungen von Komplikationen oder Folgeerkrankungen aufgrund des Übergewichts bewirken.8
Die Berechnung von Übergewicht erfolgt mithilfe mehrerer Kenngrößen. Die verbreitetste Methode ist der Body Mass Index (BMI). Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt (kg/m2). Der BMI berücksichtigt jedoch nicht die Muskelmasse oder die Fettverteilung und eignet sich daher nur zur groben Abschätzung der Gewichtsklassifikation. Mehr Aussagekraft hat die Bestimmung des Taillenumfangs: Bei Männern gilt ein Umfang ab 102 cm und bei Frauen ab 88 cm als gesundheitlich bedenklich.8 Bitte ziehe zur Diagnosestellung immer eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate.
Durch stoffwechselaktives Bauchfett (Viszeralfett) wird der Gefäßwiderstand fehlreguliert, wodurch es infolge von Gefäßverengungen zu Bluthochdruck kommen kann. Zusätzlich können Fetteinlagerungen und Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden zu Atherosklerose führen, im Volksmund oft als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet.6 Das bedeutet, dass das Blut nicht mehr ungehindert zirkulieren kann und im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Durchblutungsstörungen führt.9 In Österreich sind 39 % aller Todesfälle auf derartige Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.10
Klinische Daten zeigen positive gesundheitliche Folgen einer Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas, unter anderem auf:11
- Typ-2-Diabetes
- Schlafapnoe
- Gelenksbelastung
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Blutdruck
- Fettstoffwechsel
Das Fazit lautet: Wer übergewichtig oder adipös ist und abnimmt, kann seine Gesundheit verbessern. Eine Gewichtsreduktion kann zudem die Lebenserwartung erhöhen.12