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Wissenschaft

Gesundheitliche Folgen von Übergewicht und Adipositas

Übergewicht und Adipositas als komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren

4 min. Lesezeit
Gesundheitliche Folgen von Übergewicht und Adipositas

Welche Faktoren können zu Übergewicht und Adipositas führen?

Übergewichtig und Adipositas haben viel mit der Biologie des Körpers zu tun. Die Wissenschaft hat erkannt, dass die Funktionsweise des Gehirns eine tragende Rolle bei der Regulierung von Appetit und Energiehaushalt spielt. Unterschiedliche Hormone wirken hier zusammen. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die Übergewicht beeinflussen und zu Adipositas führen können (genetische Veranlagung, Biologie, Psychologie, Soziokultur, Medikamente, Umwelt). Viele Faktoren spielen zusammen, weshalb erfolgreiches Abnehmen schwierig sein kann. Dennoch können durch eine Gewichtsreduktion die Folgen von Übergewicht verringert werden.1–5

Warum kann es sinnvoll sein, abzunehmen?

Übergewicht wirkt sich auf den ganzen Körper aus.6 Übermäßige Fettzellen sind an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt – also an solchen, die man von außen nicht sieht. Sie belasten den gesamten Organismus und stehen mit Krankheiten in Verbindung (z.B. Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen des Immunsystems, Lebererkrankungen). Diese Entzündungen begünstigen auch die Entstehung von Krebszellen.7 Die gut Nachricht ist jedoch, dass sich bereits eine Gewichtsreduktion von 5 % positiv auf die Gesundheit auswirken kann.8 Eine Verringerung um insgesamt 10–15 % kann langanhaltende Verbesserungen von Komplikationen oder Folgeerkrankungen aufgrund des Übergewichts bewirken.8



Bin ich übergewichtig?

Die Berechnung von Übergewicht erfolgt mithilfe mehrerer Kenngrößen. Die verbreitetste Methode ist der Body Mass Index (BMI). Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt (kg/m2). Der BMI berücksichtigt jedoch nicht die Muskelmasse oder die Fettverteilung und eignet sich daher nur zur groben Abschätzung der Gewichtsklassifikation. Mehr Aussagekraft hat die Bestimmung des Taillenumfangs: Bei Männern gilt ein Umfang ab 102 cm und bei Frauen ab 88 cm als gesundheitlich bedenklich.8 Bitte ziehe zur Diagnosestellung immer eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate.

Was können langfristige Folgen von Übergewicht sein?

Durch stoffwechselaktives Bauchfett (Viszeralfett) wird der Gefäßwiderstand fehlreguliert, wodurch es infolge von Gefäßverengungen zu Bluthochdruck kommen kann. Zusätzlich können Fetteinlagerungen und Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden zu Atherosklerose führen, im Volksmund oft als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet.6 Das bedeutet, dass das Blut nicht mehr ungehindert zirkulieren kann und im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Durchblutungsstörungen führt.9 In Österreich sind 39 % aller Todesfälle auf derartige Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.10

Klinische Daten zeigen positive gesundheitliche Folgen einer Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas, unter anderem auf:11

  • Typ-2-Diabetes
  • Schlafapnoe
  • Gelenksbelastung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Blutdruck
  • Fettstoffwechsel
    Einfluss von Ubergewicht

    Einfluss von Übergewicht auf die Lebenserwartung

    Das Fazit lautet: Wer übergewichtig oder adipös ist und abnimmt, kann seine Gesundheit verbessern. Eine Gewichtsreduktion kann zudem die Lebenserwartung erhöhen.12

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    Referenzen:
    1. Hall KD et al. The energy balance model of obesity: beyond calories in, calories out. Am J Clin Nutr 2022; 115(5):1243–1254.
    2. Herrera BM and Lindgren CM. The genetics of obesity. Curr Diab Rep 2010; 10(6):498–505.
    3. Sominsky L and Spencer SJ. Eating behavior and stress: a pathway to obesity. Front Psychol 2014; 5: 434.
    4. Loring L and Robertson A. Obesity and inequities. Guidance for addressing inequities in overweight and obesity. World Health Organziation 2014.
    5. Canadian Adult Obesity Clinical Practice Guidelines „Epidemiology of Adult Obesity”. Version 1, 2020.
    6. Fantuzzi G et al. Adipose tissue and atherosclerosis: exploring the connection. Arterioscler Thromb Vasc Biol 2007; 27(5):996–1003.
    7. Kawai T et al. Adipose tissue inflammation and metabolic dysfunction in obesity. Am J Physiol Cell Physiol 2021; 320(3):C375–C391.
    8. Brix, J. Konsensuspapier der Österreichischen Adipositasgesellschaft (ÖAG). Wien Klin Wochenschr 137 (Suppl 5), 167–217 (2025). https://doi.org/10.1007/s00508-025-02568-w
    9. Koparkar G et al. Adiposity and Cardiac Defects: Pathophysiology and Etiology Cureus 2023; 15(1):e34026.
    10. Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Kosumentenschutz. Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Österreich 2020. https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Nicht-uebertragbare-Krankheiten/Herz-Kreislauf-Krankheiten.html
    11. Haase CL et al. Body mass index and risk of obesity-related conditions in a cohort of 2.9 million people: Evidence from a UK primary care database. Obes Sci Pract 2020; 7(2):137–147.
    12. Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas” AWMF-Register Nr. 050-001.
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